Tempo 30 auf der B27a (Theodor-Heuss-Straße) in Stuttgart © ADFC-BW

Tempo 30 – warum und wie?

 

Tempo 30 in der Stadt verbessert die Bedingungen für Radfahrende und Fußgänger*innen. Der ADFC plädiert daher für Tempo 30 innerorts als Regel – nicht als Ausnahme.

 

Lebenswerte Straßen, kaum Zeitverlust, weniger Lärm – Gründe für eine Geschwindigkeitsbeschränkung gibt es genug [1]:

Verkehrsleistung
Die Funktion einer innerstädtischen Hauptverkehrsstraße für den Kfz-Verkehr wird durch Tempo 30 nicht oder nicht nennenswert beeinträchtigt.

Zeitverlust
In der Praxis wurden bei Messfahrten auf Tempo-30-Strecken Reisezeitverluste von lediglich 0 bis 4 Sekunden je 100 Meter festgestellt.

Verkehrsfluss
Der Verkehrsfluss kann Messungen zufolge bei Tempo 30 besser sein als bei Tempo 50.

Lärmbelästigung
Tempo 30 führt zu wahrnehmbaren Lärmentlastungen. Dazu tragen vor allem nachts auch die geringeren Lärmspitzen bei.

Luftschadstoffe
Tempo 30 reduziert die Luftschadstoffbelastung, wenn es gelingt, die Qualität des Verkehrsflusses beizubehalten oder zu verbessern.

Verkehrssicherheit
Tempo 30 hat positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit.

Schleichverkehr
Bisherige Tempo-30-Anordnungen haben nicht zu nennenswerten Schleichverkehren geführt.

Anwohner*innen
Tempo 30 wird von den Anwohnenden überwiegend positiv wahrgenommen und bewertet.


Streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung – wie geht das?[2]

Die StVO sieht inzwischen mehrere Möglichkeiten vor, Tempo 30-Zonen oder streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzungen von Tempo 30, auch an Vorfahrts- und Bundesstraßen, anzuordnen. Zahlreiche Beispiele in Baden-Württemberg zeigen, dass entsprechende Begrenzungen möglich sind. Geschwindigkeitsbegrenzungen können nach § 45 (1 und 1a) StVO etwa aus Gründen der Sicherheit oder zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen angeordnet werden.

In § 45 Absatz 9 Punkt 6 StVO ist seit Dezember 2016 geregelt, dass im unmittelbaren Bereich von Kindergärten, Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen, Alten- und Pflegeheimen oder Krankenhäusern Tempo 30 angeordnet werden soll - ohne den dafür früher notwendigen Nachweis einer besonderen Gefahrenlage.

Zur Begründung einer streckenbezogenen Temporeduzierung zum Schutz vor Lärm sei auf die Lärmschutz-Richtlinien-StV von 2007 verwiesen, die für bestehende Straßen gelten. Diesen folgend, sind Temporeduzierungen dort möglich, wo die Lärmbeeinträchtigung verkehrsbedingt über dem ortsüblichen Niveau liegt.

 


[2]

www.vcd.org/fileadmin/user_upload/Redaktion/Themen/Verkehrssicherheit/Tempo_30/Tempo30_Soforthilfe-Papier_09_2018.pdf

[1]

www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/wirkungen_von_tempo_30_an_hauptstrassen.pdf

 

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