Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Karlsruhe

Frau auf geschütztem Radfahrstreifen

Frau auf geschütztem Radfahrstreifen © ADFC / Krone

Über 3000 Unterschriften für geschützte Radfahrstreifen

Am 29. Januar 2026 übergibt der ADFC Karlsruhe die Unterschriften eines Einwohnerantrags für geschützte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) an Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Über 3000 Unterschriften sind gesammelt worden.

Am 29. Januar 2026 übergibt der ADFC Karlsruhe die Unterschriften eines Einwohnerantrags für geschützte Radfahrstreifen (Protected Bike Lanes) an Karlsruhes Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Über 3000 Unterschriften von Karlsruher Bürgerinnen und Bürger wurden dafür gesammelt. Das sind mehr als die für einen Einwohnerantrag erforderlichen 2.500. Mit dem Antrag fordern die Initiatorinnen und Initiatoren Stadtverwaltung und Gemeinderat auf, den Ausbau geschützter Radfahrstreifen systematisch zu prüfen und voranzubringen.

Mit dem Karlsruher Programm für Aktive Mobilität, das der Gemeinderat am 19. Oktober 2021 beschlossen hat, strebt Karlsruhe an, den Anteil des Umweltverbunds aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr bis 2035 auf 70 Prozent steigern.

„Diese Ziele lassen sich nur erreichen, wenn sich Menschen im Straßenverkehr sicher fühlen“, erklärt Moritz Dekorsy, Vertrauensperson des Einwohnerantrags. „Am Ende wählt man das Verkehrsmittel, das sich am sichersten anfühlt, am einfachsten ist und einen anspricht. Deshalb müssen Straßen so gestaltet sein, dass sie für Radfahrende jeden Alters sicher, praktisch und einladend sind.“

Eine zentrale Rolle spielen dabei geschützte Radfahrstreifen, die international als Best Practice gelten. Städte wie Paris haben mit ihrem konsequenten Ausbau den Radverkehr massiv gesteigert. Auch zahlreiche deutsche Städte, darunter Frankfurt am Main, Aachen, Berlin oder Hamburg, setzen zunehmend auf diese Form der Radinfrastruktur.

Geschützte Radfahrstreifen werden direkt auf der Fahrbahn angelegt und sind durch physische Trennelemente klar vom Autoverkehr getrennt. Wie bei baulich getrennten Radwegen entsteht ein wirksamer Schutzraum für Radfahrende, in dem das Befahren mit und das Parken von Autos unterbunden wird. Besonders für unsicherere Radfahrende oder Kinder und Jugendliche erhöhen sie das subjektive Sicherheitsgefühl erheblich.

„Gerade Kinder und Jugendliche sind auf sichere und geschützte Verkehrswege angewiesen“, betont Christine Tisch, ebenfalls Vertrauensperson des Einwohnerantrags. „Geschützte Radfahrstreifen ermöglichen ihnen selbstständige Mobilität zu Schule, Sport und Freundinnen und Freunden. Eltern werden ihren Kindern diese Wege nur dann selbstständig zutrauen, wenn es sich subjektiv sicher anfühlt. Andersfalls werden Elterntaxis weiter zunehmen und den Verkehrsraum insbesondere vor Schulen weiter unsicher machen.“

In Karlsruhe wird die Anlage geschützter Radfahrstreifen bislang selbst dort, wo es möglich wäre, abgelehnt. Es werden nur ungeschützte Radstreifen markiert, die Radfahrende zwischen Fahrbahn und parkenden Autos führen. Diese gelten als besonders konfliktträchtig und bieten kaum Schutz vor Dooring-Unfällen, Ein- und Ausparkvorgängen oder Falschparkern. Durch auf Radfahrsteifen haltende oder parkende Fahrzeuge werden Radfahrende häufig gefährdet, da diese gezwungen werden, in den fließenden Verkehr auszuweichen.

„Beim Fahrradklimatest tritt Karlsruhe auf der Stelle. Wir haben seit Jahren Schulnote Drei, das Programm für Aktive Mobilität will aber eine Zwei.”, sagt Michael Reichert als dritte Vertrauensperson des Antrags. „Gerade das Falschparken auf Radwegen wird von den Befragten besonders schlecht bewertet.”

Radfahren muss attraktiver werden, um die Verkehrswende einzuleiten. Dazu braucht es mehr Komfort und mehr Sicherheit, so dass Radfahren eine ansprechende und alltagstaugliche Fortbewegungsart ist.

Der Einwohnerantrag fordert ausdrücklich keine sofortigen Umbauten. Stattdessen erteilt er der Verwaltung lediglich Prüfaufträge. Beim Neu- und Umbau von Hauptverkehrsstraßen sollen geschützte Radfahrstreifen als bevorzugte Alternative geprüft werden. Bereits jetzt können geschützte Radfahrstreifen an geeigneten Straßenabschnitten gut erprobt werden – unter anderem dort, wo keine Parkplätze vorhanden sind oder ohnehin Umbaumaßnahmen geplant sind. Provisorische Lösungen können helfen, Erfahrungen zu sammeln. Michael Reichert betont: „Es geht uns bei dem Einwohnerantrag ausdrücklich nicht um ein Mehr an Radwegen. Es geht uns um andere, sicherere Radwege.“

Nach Prüfung der Unterschriften durch die Stadtverwaltung wird der Gemeinderat über den Antrag entscheiden.


https://karlsruhe.adfc.de/pressemitteilung/ueber-3000-unterschriften-fuer-geschuetzte-radfahrstreifen

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