Innenministerium: Polizei und Landesregierung nehmen die Vision Zero ernst

 

Zu enges Überholen von Radfahrenden ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich! Der ADFC diskutierte im Rahmen eines digitalen Rad-Dialogs mit sachkundigen Gästen.

 

Am 10. November diskutierte der ADFC im bewährten Format des digitalen Rad-Dialogs das Thema "Überholabstand". Der sichere Abstand beim Überholen von Radfahrenden ist Kernthema unserer aktuellen Sicherheitskampagne "Das Rad kommt - mit Sicherheit!".

Auffällig oft wurden die Schlagworte Kontrolle, Bewusstsein, Rücksicht und Infrastruktur in der sachkundigen Diskussion genannt. Moderator Jan-Georg Plavec ermöglichte einen lebhaften Austausch und entlockte den Diskutanten klare Standpunkte:

Gudrun Zühlke (ADFC-Landesvorsitzende) kritisierte, dass die Polizei ihre Kontrollen zu sehr an der Unfalllage orientiere. So müsse erst ein schwerwiegender Unfall oder ein Schwerpunkt identifiziert werden, bevor die Polizei tätig werde. Sie merkte auch an, dass die Klimakriese schnelle Lösungen verlange. Dafür müsse die Verkehrssicherheit schnell verbessert werden, damit auch menschen aufs Rad steigen, die das bis jetzt für zu gefährlich halten.

Timon Kuntz (Innenministerium) betonte, dass Polizei und Landesregierung die Vision Zero ernst nähmen und ergänzte, dass die subjektive Sicherheit ein wesentlicher Faktor beim Radfahren sei, den auch die Polizei ernst nähme. Kuntze stellte klar, dass Aufzeichnungen enger Überholvorgänge, die den (datenschutz-) rechtlichen Vorghaben entsprechen, ein objektiver Beweis für gesetzwidrige Überholvorgänge seien.

Diplompsychologe Martin Junghöfer kritisierte Schutzstreifen als "Unsicherheitsstreifen" und vermutete, dass Überholverbotsschilder von Zweirädern auf Dauer ihre gewünschte Wirkung zeigen würden. Junghöfer sagte, dass Radfahren sicherer und attraktiver sein muss, um menschen zum Umsteigen zu bewegen. Dafür könne seiner Ansicht nach eine massive (bundesweite) Kampagne für das Radfahren helfen. 

Jochen Klima (Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg) wünschte sich ein besseres Miteinander auf der Straße. Radfahrenden gibt er mit auf den Weg, selbstbewusst zu sein und ihr Recht durchzusetzen. Die Poolnudel sieht er dafür als geeignetes Mittel (wäre der Transport quer zum Rad nicht verboten).

Link zum Rad-Dialog in unserem Youtube-Kanal.

 


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