Liebe Diebe, Finger weg von meinem Rad!

 

(ig) Fahrraddiebe müssen umschulen, der ADFC Ettlingen macht ihnen das Leben schwer. Schon zum dritten Mal in diesem Jahr wird der Verein am Samstag, 30. Oktober, Fahrräder codieren. Das schreckt Langfinger ab. Und nicht nur das.

 

Andreas Tautz (links) und Klaus Wolfrum haben schon im Juli 2021 beim SPD-Fahrradflohmarkt Räder codiert
Andreas Tautz (links) und Klaus Wolfrum haben schon im Juli 2021 beim SPD-Fahrradflohmarkt Räder codiert © Ingo Günther

Ehrenamtliche Helfer*innen des ADFC Ettlingen werden am Samstag, 30. Oktober, von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr links vom Eingang des Ettlinger Schlosses auf Kundschaft warten. Wer sein Fahrrad codieren lassen möchte, benötigt keinen Termin. Ganz spontan kann man mit seinem Rad vorbeikommen und die Prägung der individuellen Ziffernfolge in den Rahmen vornehmen lassen. Mitzubringen sind lediglich der Personalausweis oder ein anderer Identitätsnachweis mit Foto sowie ein eindeutiger Kaufbeleg für das zu codierende Fahrrad, zum Beispiel der Kaufvertrag (ein Kassenbon reicht nicht aus). ADFC-Angehörige beteiligen sich mit acht Euro an den Kosten, Nicht-Mitglieder schießen 15 Euro zu. Wer dem ADFC ohnehin beitreten wollte, kann das am Samstag direkt am Schloss tun und kommt dann bereits in den Genuss des vergünstigten Kostenbeitrags.

Schon beim Fahrradflohmarkt der SPD Ettlingen im Juli im Horbachpark sowie beim 1. Schrauber-Markt im Jugendzentrum Specht im September hatte der ADFC Ettlingen dutzendweise Fahrräder codiert. Die Nachfrage war jeweils groß - aus gutem Grund, sagt Andreas Tautz, der beim ADFC Ettlingen die prägende Rolle des Codierungs-Spezialisten einnimmt. "Neben einem soliden Schloss zählt die Codierung zur wirksamsten Abschreckung gegen Fahrrad-Diebstahl" stellt Andreas fest. Anhand der eindeutigen Nummer kann die Polizei ein Fahrrad sofort dem rechtmäßigen Besitzer zuordnen. Ein so gekennzeichnetes Rad zu stehlen, wird daher für einen Dieb zum unkalkulierbaren Risiko - er wäre schnell überführt. "Außerdem hätte er große Schwierigkeiten, ein codiertes Rad zu verkaufen", ergänzt Andreas. "Ein rechtmäßiger Besitzer kann zu dem Code am Rahmen die passende schriftliche Bestätigung vorlegen, die wir beim Codieren aushändigen. Und die hat ein Dieb natürlich nicht."

Um den Code wieder aus dem Rahmen zu entfernen, ist mehr als nur kriminelle Energie nötig. Die Kennziffern werden mit einem Spezialgerät eingeprägt. Um sie unsichtbar zu machen, müsste der Rahmen an dieser Stelle tief abgeschliffen, sehr sorgfältig ausgespachtelt und komplett professionell neu lackiert werden. "So einen Aufwand betreibt ein Fahrraddieb bestimmt nicht", ist sich Andreas Tautz sicher. Auch Fundräder fänden dank des Codes wieder zurück zu ihrem Eigentümer, berichtet er: "Die Polizei kann die genaue Adresse ohne Weiteres aus dem Zahlen- und Buchstabensalat entschlüsseln." Deshalb sei der Code sehr viel wertvoller als die Rahmennummer des Rades. "Denn die ist nicht einmal eindeutig", sagt Andreas. "Rahmennummern werden ohne System vergeben, und manche Hersteller benutzen sogar die gleiche Nummer für eine ganze Charge."

Sorgen um die Stabilität ihres Rahmens durch das Codieren müssen sich Fahrradbesitzer nicht machen. Weil der Code eingeprägt und das Metall daher lediglich punktuell verdichtet wird, geht kein Material verloren. Praktisch jedes Fahrrad aus Stahl oder Aluminium lässt sich codieren, selbstverständlich auch Elektroräder. Nur wenn der Rahmen aus Carbon oder Bambus besteht, ist keine Prägung möglich. "Diese Materialien sind relativ empfindlich, darum machen wir das vorsichtshalber nicht", sagt Andreas.

Außer auf schönes Wetter hoffen Andreas Tautz und die anderen ADFC-Helfer am Samstagvormittag vor dem Schloss auf zahlreiche Besucher. "Wir freuen uns auch über Interessierte, die sich über den ADFC informieren wollen und Fragen stellen", sagt Andreas. "Und natürlich auch auf diejenigen, die gleich Mitglied werden wollen."

 


https://karlsruhe.adfc.de/neuigkeit/liebe-diebe-finger-weg-von-meinem-rad

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