ADFC-Radreisen sagen Ade!

 

Die Pandemie ist eine große Herausforderungen für Reiseveranstalter - auch für den ADFC. Reisebeschränkungen, ein reduziertes Angebot im Gastgewerbe und stark steigende Preise machen die ADFC-Radreisen zu einem finanziellen Risiko für den Verein.

 

Seit 25 Jahren ist der ADFC Baden-Württemberg gemeinsam mit seinen Mitgliedern auf Entdeckungsreise durch Europa und hat dabei viele glückliche und erlebnisreiche, manchmal auch abenteuerliche Momente auf zwei Rädern erfahren. Mit viel Engagement und Freude hat der ADFC zusammen mit seinen Radreiseleiterinnen und Radreiseleitern die ADFC-Radreisen zu einem Highlight im Urlaubskalender vieler Mitglieder gemacht. Die ADFC-Radreisen waren auch für das Radreise-Team der ADFC-Geschäftsstelle stets mit viel Freude und Motivation verbunden.

In den letzten beiden Pandemie-Jahren mussten wir allerdings auch die negative Seite des Reiseveranstalter-Daseins erleben. 2020 konnten aufgrund starker Reisebeschränkungen keine ADFC-Radreisen stattfinden; 2021 konnten nur wenige Radreisen in kleinen Gruppen durchgeführt werden. Und in diesem Jahr, wo die Beschränkungen weitgehend aufgehoben sind, erleben wir die Auswirkungen und Folgen der Beschränkungen: Hotels mussten schließen oder leiden so sehr unter Personalmangel, dass Aufenthalte für Gruppen für eine Nacht nicht mehr angeboten werden können, und das knappe Angebot und die Inflation treiben die Preise für Radreisen in ungeahnte Höhen. Für uns als kleiner Radreiseveranstalter gestaltet sich die Organisation von Radreisen zu annehmbaren Preisen daher immer schwieriger, da fahrradfreundliche Unterkünfte fehlen oder nicht bezahlbar werden. Auch für 2023 werden die Preise für Übernachtungen, Busfahrten und Gastronomie weiter steigen und Radreisen deutlich verteuern.

Nach zwei katastrophalen Radreisejahren 2020 und 2021 und einem von mühevoller Organisation und finanzieller Knappheit gekennzeichnetem Reisejahr 2022 steht für den ADFC Baden-Württemberg fest, dass es kein „weiter so“ bei den ADFC-Radreisen geben kann. Bereits Ende 2021 wurden daher Maßnahmen ergriffen, um die Radreisen zu optimieren (z.B. neues Buchungssystem). Doch alle Verbesserungen nützen nichts, wenn sich die Situation am Reisemarkt grundlegend ändert und von allen Akteuren eine komplette Abkehr von alten Gewissheiten verlangt. Für uns als ADFC Baden-Württemberg ist es undenkbar, den gestiegenen Aufwand und die steigenden Preise an Sie, unsere Reisekunden, weiterzureichen. Reisepreissteigerung von bis zu 50% in einer Zeit der allgemeinen Rezession sind für uns nicht vertretbar. Gleichzeitig haben wir als gemeinnütziger Verein nicht die Finanzierungsmöglichkeiten eines wirtschaftlichen Reiseveranstalters.

Daher hat der Landesvorstand entschieden, die Radreiseveranstalter-Tätigkeit des ADFC Baden-Württemberg zu verkleinern und ab 2023 kein Gruppenreiseprogramm mehr anzubieten.

Wir werden uns 2023 sammeln, Ideen entwickeln und im Tourismusbereich neu aufstellen. Ob und wenn ja in welchem Umfang und unter welchen Voraussetzungen Gruppenreisen dabei eine Rolle spielen, können wir jetzt noch nicht vorhersagen. Im Moment liegt unser Hauptaugenmerk auf der Durchführung der Radreisen 2022, denn auch jetzt möchten wir uns nicht die Freude am Radreisen vermiesen lassen und allen Mitreisenden einen erlebnisreichen und schönen Radurlaub ermöglichen.

Wir bedanken uns bei allen Radreisefreunden, die uns 25 Jahre begleitet und unterstützt haben! 25 Jahre ADFC-Radreisen enden zwar mit einem Schrecken, hinterlassen bei uns aber viele gute Erinnerungen an eine tolle Zeit mit Ihnen auf Tour. Wir wünschen allen Mitgliedern weiterhin allzeit gute Fahrt und viele Abenteuer auf zwei Rädern – der ADFC wird auch weiterhin an der Seite der Radreisenden sein!

 


https://karlsruhe.adfc.de/neuigkeit/adfc-radreisen-sagen-ade

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