Rekorde codiert mit klammen Fingern

 

(ig) Astreine Bilanz: In nur drei Stunden haben die Helfer*innen vom ADFC Ettlingen in der Altstadt mehr als fünfzig Fahrräder codiert. Der Zuspruch war viel größer als erwartet. Aber einer war auf alles vorbereitet.

 

Klaus und Margareta Klein (li., m.) aus Ettlingen nutzten die Gelegenheit, ihre Fahrräder codieren zu lassen. Andreas Tautz vom ADFC half gern.

Brrrr! Kalte Füße und klamme Finger registrierte das runde Dutzend Freiwillige vom ADFC nach dem Einsatz am Samstag vor dem Ettlinger Schloss. Der graue Herbsttag hatte die Temperaturen in den Keller getrieben. Aber angesichts der Abschluss-Statistik wurde allen wieder ganz warm, zumindest ums Herz. In nur drei Stunden hatten die ADFC-Frauen und -Männer sensationelle 52 Fahrräder codiert. Der Andrang der Kundschaft war so groß, dass sich am ADFC-Stand vor dem Schloss zeitweise eine gut dreißig Meter lange, bunte Fahrradschlange bildete. Klaglos nahmen die Kunden Wartezeiten von 30 Minuten oder mehr in Kauf.

Davon hatten sie aber auch etwas. Der gut sichtbar auf dem Rahmen angebrachte Code schreckt Fahrraddiebe wirksam ab. Die Polizei kann dem Zahlen- und Buchstabenschlüssel sofort entnehmen, wer der rechtmäßige Besitzer ist. Und ein codiertes Rad zu verkaufen, ist für Diebe fast ausgeschlossen. Sie können dem Käufer ja nicht die schriftliche Bescheinigung vorlegen, die zu jedem Codiervorgang gehört - und den auch die Kunden am Samstag vor dem Schloss erhalten haben.

"Super Aktion vom ADFC", befanden Margareta und Klaus Klein aus Ettlingen, die ebenfalls die Gelegenheit zum Codieren nutzten. Trotz langen Wartens blieb das Paar gut gelaunt und wusste von vielversprechenden Erfahrungen zu berichten. "Wir haben uns schon vor 25 Jahren unsere damaligen Räder codieren lassen", erinnerte sich Margareta Klein. "Die sind uns nie geklaut worden."

 

Genau deshalb war auch Bettina Taubert aus Malsch vor das Ettlinger Schloss gekommen, auf ihrem stylishen dreirädrigen Liegerad mit elektrischer Unterstützung. "Das ist selbstverständlich versichert", verriet sie, "aber besser ist es doch, wenn es gar nicht erst gestohlen wird". Das flotte Liegerad benutzt sie nach 1500 Testkilometern seit dem Sommer inzwischen viel lieber als das Auto, um nach Karlsruhe zur Arbeit zu fahren.

Johannes Kloppenborg, Sprecher der ADFC-Gruppe Ettlingen, war begeistert von dem regen Zuspruch. "So viele Räder haben wir noch nie codiert", berichtete er. "Mit so einer Nachfrage hätten wir nicht gerechnet." Besonders erfreulich: Einige Kunden entschieden sich spontan am Info-Stand, Mitglied im ADFC zu werden. Anmeldebögen lagen natürlich parat. 

Stolz wie Bolle war Johannes Kloppenborg auf die reibungslose Organisation, die er selbst bis ins Detail ausgeklügelt hatte. Zu Recht! Er griff auf die Erfahrungen zurück, die die Ortsgruppe bei zwei vorangegangenen Terminen in diesem Jahr machen konnte. "Normalerweise dauert ein Codiervorgang 15 Minuten pro Fahrrad", erläuterte Johannes. "Damit wir die Kunden zügiger bedienen können, haben wir das Prozedere auf mehrere Stationen verteilt." Formulare ausfüllen, Fahrrad vorbereiten, Code ermitteln, codieren, kassieren, das alles klappte auf diese Weise verzögerungsfrei und kontinuierlich. "Und nur so konnten wir diesen Andrang überhaupt bewältigen", fasste Johannes Kloppenborg zusammen.

Die Nachfrage habe gezeigt, dass es einen großen Bedarf gibt, findet der ADFC-Sprecher. Die nächste Codier-Aktion kommt daher ganz bestimmt, für 2022 fasst der ADFC Ettlingen schon jetzt mehrere Termine ins Auge. Mit dem nächsten wird allerdings erst im März zu rechnen sein. "Denn im Winter", gibt Johannes Kloppenborg zu, "wird es für alle Beteiligten einfach zu kalt".


https://karlsruhe.adfc.de/neuigkeit/adfc-ettlingen-codierung-schloss-fahrraddiebe-sicher-fahrrad

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